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Bardarbunga

 

Unter Europas größtem Gletscher befindet sich ein Zentralvulkan, welcher zugleich auch mit 2010 Metern über dem Meeresspiegel die zweithöchste Erhebung Islands darstellt. Genauer definiert liegt er sehr abgelegen unter dem nordwestlichen Rand des Vatnajökull-Gletschers in einem nicht besiedelten Gebiet. Der in diesem unbesiedelten Gebiet existierende Vulkan trägt den Namen Bardarbunga, wobei sich das isländische Wort "bunga" auf das deutsche Wort "Wölbung" bezieht. Das Vulkansystem Bardarbunga wird sowohl vom gleichnamigen Vulkan, als auch von den von ihm ausgehenden Spaltensystemen gebildet. Zu diesem insgesamt etwa 150 Kilometer langem Vulkansystem können mehrere Lavafelder, Kraterreihen und Spaltenvulkane zugeordnet werden. Der Zentralvulkan des Systems ist jedoch der subglaziale Vulkan Bardarbunga, der eine vollständig mit Gletschereis gefüllte Caldera aufweist. Diese Caldera zählt mit etwa 10 Kilometern Durchmesser und 700 Metern Tiefe zu den größten Calderen Islands. Trotz dieser Größe war die Bardarbunga über einen langen Zeitraum hinweg kaum bekannt, was sowohl auf die Abgelegenheit der Caldera als auch auf den über ihr liegenden dicken Eispanzer zurück zu führen ist. Der dicke Eispanzer des Vatnajökull-Gletschers ist auch der Grund, weshalb viele Eruptionen der Bardarbunga in der Vergangenenheit nicht visuell beobachtet werden konnten. Kleinere Eruptionen des Vulkans können auch unter der Eisdecke ablaufen, sodass es an der Oberfläche keine Spuren eruptiver Aktivität gibt. Die Bardarbunga kann daher in der Vergangenheit durchaus auch des Öfteren unbemekrt ausgebrochen sein. Aufgrund des schwierigen Nachweisens ihrer Eruptionen ist es ungewiss, wie aktiv die Bardarbunga in der Vergangenheit wirklich war. Bemerkenswert in ihrer Vergangenheit war jedoch eine gewaltige Eruption im Februar 1477 mit der Stärke VEI 6, wobei große Mengen an Fördermaterial ausgestoßen wurden. Weitere Eruptionen im Vulkansystem der Bardarbunga konnten im 18. und 19. Jahrhundert nachgewiesen werden. Am 6. November 1996 kam es nach einer Eruption des benachbarten Vulkans Gjalp ebenfalls zu einem Ausbruch der Bardarbunga, wobei eine Aschewolke 4 Kilometer hoch aufstieg. Diese Eruption hielt jedoch nur kurz an, weshalb auch nur eine relativ geringe Menge an Fördermaterial ausgestoßen wurde. Wesentlich mehr Fördermaterial trat bei einer Eruption im Jahre 2014 aus, welche im Holuhraun-Lavafeld nördlich des Gletschers statt fand. Dabei handelte es sich um eine Spalteneruption, welche in der Nacht zum 29. April begann und den größten Lavaerguss seit der Eruption der Laki im Jahre 1783 zur Folge hatte. Schäden entstehen bei den meisten Eruptionen der Bardarbunga aufgrund der weiten Entfernung zu bewohnten Gebieten jedoch selten. Trotz alledem ist der Vulkan aktiv, auch wenn er nur gelegentlich von sich reden lässt.

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