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Kamtschatka

 

Kamtschatka ist eine russische Halbinsel in Ostsibirien, die den nordöstlichen Teil Asiens bildet. Sie gehört zu einem Föderationskreis, der als Ferner Osten bezeichnet wird und die komplette Pazifikregion Russlands umfasst. Kamtschatka wird vom Ochotskischen Meer, dem Beringmeer und dem Pazifischen Ozean umgeben. Mit einer Fläche von etwa 370.000 km² ist Kamtschatka ähnlich groß wie Deutschland, allerdings ist die Bevölkerungsdichte der Halbinsel deutlich geringer. Allein in der Hauptstadt Petropawlowsk leben mit etwa 180.000 Menschen über die Hälfte aller Einwohner Kamtschatkas, weshalb sie auch als wirtschaftliches Zentrum der Halbinsel gilt. Mit der Gründung im Jahre 1740 ist sie die älteste Stadt im Fernen Osten. Dort befindet sich auch der einzig große Hafen Kamtschatkas, der in einer nahegelegenen Bucht vom berühmten dänischen Seefahrer Vitus gegründet wurde. Der Städtename erklärt sich aus den Namen seiner beiden Schiffe Peter und Paul, was im russischen Petro und Pawlowsk bedeutet. Durch die geografische Lage der Stadt am Nordufer der Awatscha Bucht ist sie relativ gut geschützt. Aufgrund des nur schmalen, aber freien Zugangs zum Pazifischen Ozean und der beeindruckenden Größe der Bucht kann sie für den Schiffsverkehr gut genutzt werden. 

 

Von Petropawlowsk aus gesehen ragt  am gegenüberliegenden Ufer der Vulkan Vilyuchinsky über 2100 Meter hoch in den Himmel. Er ist ein typisch geformter Stratovulkan, der vor etwa 10.000 Jahren das letzte Mal ausbrach. Wesentlich aktiver und deutlich dichter am Stadtzentrum erheben sich die Vulkane Avachinsky und Koryaksky. Sie gelten als die Hausvulkane von Petropawlowsk und sind in historischer Zeit mehrfach ausgebrochen. Aufgrund dieser beachtlichen Nähe zur Großstadt wurden sie von einer wissenschaftlichen Koalition in die Liste der 16 Decade Vulkane aufgenommen, das heißt, dass von ihnen ein ernstzunehmendes Gefahrenpotenzial für dicht besiedelte Gebiete ausgeht. Der 2741 Meter hohe Avachinsky zählt heute zu den aktivsten Vulkanen Kamtschatkas. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Sommavulkan, das heißt er besteht aus Resten eines zu einer Caldera eingestürzten älteren Vulkans und einen daraus später neu gebildeten Kegel. Seine Eruptionsgeschichte ist mit häufig explosiven Ausbrüchen gekennzeichnet, wie zum Beispiel im Jahre 1945, als der Vulkan mit Stärke 4 auf dem VEI eruptierte. Kleinere Eruptionen wurden in den Jahren 1991 und 2001 vermerkt. Heute ist sein Krater fast bis zum Rand mit erkalteten Lavamassen gefüllt, die einen sogenannten Dom bilden. Aus vielen Fumarolen im Bereich dieses Lavadoms treten kontinuierlich Schwefeldämpfe aus, welche ein deutliches Zeichen vulkanischer Aktivität sind.

 

Der Avachinsky ist jedoch nur einer von insgesamt 29 aktiven Vulkanen auf Kamtschatka. Damit besitzt die Halbinsel eine vergleichsweise hohe Vulkandichte, was auf tektonische Ursachen zurückzuführen ist. 

 

Direkt bei Kamtschatka schiebt sich die Pazifische Platte jährlich um etwa 8 cm unter die Eurasische Platte, wodurch die ozeanische Kruste zu flüssigem Magma verschmilzt. Diese Subduktionszone ist verantwortlich für die Vulkanaktivitäten in der gesamten Region. Dazu gehört auch der aktive Vulkan Koryaksky, der ebenfalls unweit der Hauptstadt Petropawlowsk in den Himmel ragt. Dieser 3456 Meter hohe Stratovulkan war in der Geschichte mehrfach Schauplatz größerer Eruptionen. So konnten unter Anderem in den Jahren 1956-57 Vulkanausbrüche mit Pyroklastischen Strömen und Schlammlawinen aufgezeichnet werden. Im Jahre 2009 war der Koryaksky erneut tätig und spie seine Asche bis zu einem Kilometer hoch. 

 

Ein Jahr später erwachte auch der etwa 100 Kilometer südlich gelegene Gorely. Er ist ein vor etwa 38.000 Jahren durch sehr explosive Ausbrüche entstandenes Vulkanmassiv, das in einer etwa 120 km² großen Caldera heranwuchs. Diese bestand ursprünglich aus mehreren Stratovulkanen, die sich erst im Laufe der Zeit zu einem großen Komplex vereinten. Heute zählt er zu den meist besuchten Vulkanen Kamtschatkas und ist daher touristisch gut erschlossen. Von Petropawlowsk aus ist er problemlos innerhalb eines Tages zu erreichen und zu besteigen. Ein gut begehbarer Pfad führt vom Parkplatz bis zur Gipfelregion hinauf. Diese besteht aus insgesamt 11 Kratern, wovon einer mit einem Kratersee gefüllt ist.  

 

Vom Gipfel ist bereits ein weiterer Vulkan deutlich zu erkennen, denn nur durch ein Tal ist der Gorely vom ebenfalls aktiven Mutnovsky getrennt. Auch er besteht aus mehreren zusammengewachsenen Stratovulkanen. Der äußerst aktive Vulkan zählt zu den beeindrucktesten Regionen Kamtschatkas. In der Nähe seines teils vergletscherten und bis zu 2 Kilometer breiten Kraters dominieren zahlreiche postvulkanische Erscheinungen die Landschaft. Diese stark ausgeprägte Exhalation vulkanischer Gase durch seine Fumarolen ist noch aus weiter Entfernung sichtbar. Aufgrund dessen wurde an seinem Fuße ein Geothermalkraftwerk erreichtet, welches zur Energieversorgung für Petropawlowsk dienen soll. Seit 1997 erzeugt das Kraftwerk am Mutnovsky zuverlässig fast 30% des Stroms für Kamtschatka.

Mit den vorhandenen vulkanischen Phänomenen sind die bereits erwähnten Vulkane Avachinsky, Koryaksky, Vilyuchinsky und Uzon ein beliebtes Touristenziel. Sie liefern einen Eindruck, wie die Erde in ihrer Entstehungsphase ausgesehen hat. Kamtschatka gilt in erdgeschichtlicher Zeit als ein noch sehr junges Land. Es hat eine lange und vor allem vulkanisch aktive Vergangenheit. In der Geschichte Kamtschatkas ist jedoch auch Tatsache, dass die komplette Halbinsel für Touristen über einen langen Zeitraum Sperrgebiet war. Das Militär der Sowjetunion richtete während des kalten Krieges Spionageanlagen gegen die USA, um sie weitestgehend auszuspähen. Nicht einmal russische Staatsbürger durften ohne Sondergenehmigung in diese äußerst streng bewachte Zone eintreten. Alle unidentifizierten Objekte, die sich der Halbinsel nährten, wurden als verdächtig eingestuft und abgeschossen. So blieb das Sperrgebiet über insgesamt 50 Jahre bestehen, bis es im Jahre 1990 vollständig aufgehoben wurde. Seitdem erst ist die Halbinsel für Touristen frei zugänglich und wird wegen ihren spektakulären Landschaften ein immer beliebter werdendes Reiseziel.

Es wird von langgestreckten Gebirgsketten durchzogen, welche ebenfalls eine Menge von teils noch aktiven Vulkanen aufweisen. Von solchen Gebirgsketten auf Kamtschatka ist der Sredinny-Höhenrücken zweifellos der bemerkenswerteste. Er erstreckt sich mit einer Länge von über 1000 Kilometern nahezu über die komplette Halbinsel. Besiedelt ist der Gebirgszug allerdings kaum, was überwiegend auf das unwegsame Gelände zurückzuführen ist. Weiter talwärts geht das Hochgebirge in stark bewaldete Gebiete über, die ebenfalls eine häufig vorkommende Landschaftsform auf Kamtschatka sind. Es wird geprägt von weitläufiger, scheinbar endloser und vor allem unberührter Natur. Das bedeutet jedoch auch, dass eine modern entwickelte Infrastruktur vielerorts auf Kamtschatka nicht vorhanden ist. Asphaltierte Straßen gibt es nur wenige. Kamtschatka ist nur über den Luft- oder See weg zu erreichen, denn es existiert bis heute keine Straßenverbindung aufs russische Festland jenseits der Halbinsel. Lediglich eine von Birkenwäldern gesäumte Aschepiste führt über eine weite Strecke bis hin zum nördlichen Vulkangebiet. 

 

In diesem Gebiet befindet sich unter Anderem der Vulkankomplex Tolbatschik, der insgesamt aus 2 Gipfeln mit einer Höhe von jeweils über 3000 Metern besteht. An seinem kleineren Gipfel Plosky Tolbatschik ereignete sich in den Jahren 1975-76 eine größere Eruptionsphase, bei der besonders viel Fördermaterial ausgestoßen wurde. Aus einer Spalte südlich des Vulkans ergossen sich etwa 2 km³ glühende Lava. Dabei handelte es sich um einen der größten Lavaaustritte im 20. Jahrhundert. Im November 2012 kam es an derselben Stelle erneut zu einem Vulkanausbruch, der noch weit bis ins nächste Jahr andauerte. Der Vulkan spie eine Aschewolke bis zu 3 Kilometer hoch in den Himmel und Lavaströme wälzten sich talwärts bis in bewaldete Gebiete. Die immer wiederkehrenden Eruptionen in der Vergangenheit des Tolbatschik hinterließen eine buchstäbliche Mondlandschaft. Aus weitläufigen Aschefeldern ragen mehrere Schlackenkegel empor, die alle im Laufe seiner Eruptionsgeschichte entstanden sind. Aufgrund dieser Trostlosigkeit haben in den 60er Jahren russische Wissenschaftler ihre Mondmobile in dieser Gegend getestet.

 

 

Bei klarer Sicht am Tolbatschik kommt in seiner Umgebung auch schon ein weiterer Vulkan zum Vorschein. Es ist der knapp 3000 Meter hohe Vulkan Udina, der nur wenige Kilometer östlich des Tolbatschik liegt. Zwischen den beiden Vulkanen verläuft das Tolud-Tal, durch das auch ein gleichnamiger Fluss fließt. Das Name „Tolud“ setzt sich aus den jeweiligen Anfangsbuchstaben der Vulkane Tolbatschik und Udina zusammen. Das Tal ist wegen der grandiosen Aussicht auf die Natur und die Vulkane ein beliebtes Ziel für Wanderer. Selbst die etwa 100 Kilometer Luftlinie entfernten Vulkane Kizimen und Kronotsky können bei klaren Wetterverhältnissen gesichtet werden.

Aber das Gebiet wird von noch weitaus höheren Vulkanmassiven imponiert. Denn außerhalb des Tolud-Tals thront auch der symmetrisch geformte Vulkanriese Kljutschewskoi, dessen Hauptkrater eine Höhe von 4750 Metern erreicht. Damit ist er der größte aktive Vulkan Russlands. Er entstand vor etwa 8000 Jahren auf den Flanken eines wesentlich älteren Vulkans, was ausschlaggebend für seine heute so beachtliche Höhe war. Durchschnittlich ereignet sich an diesem riesigen Vulkan alle 5 Jahre ein Ausbruch. Das Intervall zwischen seinen Eruptionen kann allerdings je nach Aktivitätsphase stark schwanken. Dennoch gehört er zu den aktivsten Vulkanen der Halbinsel. 

In direkter Nachbarschaft erhebt sich der ebenfalls sehr hohe Vulkanriese Kamen. Sein Gipfel ragt 4579 Meter in den Himmel. Damit ist er der zweithöchste Vulkan Kamtschatkas und gehört zusammen mit dem Kljutschewskoi zu den nur sehr wenigen, dessen Gipfel über 4000 Meter hoch liegt. Der Kamen gilt jedoch schon längst als erloschen. Zeitangaben seines letzten Ausbruchs sind unbekannt.

Vulkanausbrüche auf Kamtschatka richten dank der dünnen Bevölkerung auch nur selten Schaden an. Die meisten Vulkane liegen im Hochland Kamtschatkas fernab besiedelter Gebiete. So auch der Vulkan Bezymianny, welcher sich ebenfalls in der Kljutschewskoi-Vulkangruppe befindet. Übersetzt heißt dieser 2882 Meter hohe Vulkan „der Namenlose“, weil er über 1000 Jahre lang keinerlei Zeichen vulkanischer Aktivität zeigte und somit als erloschen galt. Erst in den Jahren 1955-56 erwachte der Bezymianny mit einem hochexplosiven Ausbruch, bei dem Asche mehr als 30 Kilometer hoch in die Stratosphäre geschleudert wurde. Bei der Eruption zerstörten starke Druckwellen und Pyroklastische Ströme große Landflächen. Dabei wurde die komplette Ostflanke des Vulkans weggesprengt, wodurch er 300 Meter an Höhe verlor und eine hufeisenförmige Depression an seinem Krater entstand. Diese Senke ist auch heute noch deutlich zu erkennen. In ihr wächst ein neuer Lavadom heran, von dem gelegentlich auch Lavaströme und Schuttlawinen abgehen. Aufgrund dessen geht von diesem Vulkan ein besonders hohes Gefahrenpotenzial aus, weshalb er keinesfalls unterschätzt werden darf. Dombildene Vulkane wie der Bezymianny besitzen sehr viskose Magmen mit hohem Kieselsäuregehalt. Sie sind oft reich an Andesit und Dazit, weshalb das Magma explosionsartig austreten kann. Seit dem großen Ausbruch von 1955-56 ist der Bezymianny nahezu ununterbrochen tätig. Zu einer weiteren großen Eruption kam es im Jahre 1997, bei dem eine etwa 14 Kilometer hohe Aschewolke aufstieg. Außerdem wurden Pyroklastische Ströme und Schlammlawinen erzeugt. 2008 und 2010 kam es erneut zu verstärkten Vulkanausbrüchen. 

Diese wiederholt stattfindenden Ausbrüche haben im Laufe der Zeit das Landschaftsbild der kompletten nördlichen Vulkanregion verändert. Ihre Eruptionsprozesse ließen die Vulkane in die Höhe ragen. So konnten sie allmählich zu riesigen Vulkanmassiven heranwachsen, die heute große Teile Kamtschatkas prägen. Im nördlichen Vulkangebiet reiht sich dementsprechend eine Vielzahl aktiver Vulkane dicht auf einander. Denn außer den bereits erwähnten Vulkanen wie Kljutschewskoi, Kamen und Bezymianny ist in dieser Region auch der Vulkan Ushkovsky zu finden, der im Jahre 1890 zuletzt eruptierte. Bei diesem recht unbekannten Vulkan handelt es sich um einen der auf Kamtschatka nur selten vorkommenden Schildvulkanen. Sein nächstgelegener Gipfel, der Krestovsky, gehört jedoch zum selben Vulkansystem und ist ein etwa 4100 Meter hoher Stratovulkan. Doch trotz solcher Vulkangiganten, wird Kamtschatka auch von einer sehr ausgeprägten Fauna und Flora beherrscht.

 

 

Die Natur konnte in Gebieten jenseits der menschlichen Zivilisation ihr ursprüngliches Aussehen bewahren. Dichte Bergtundra und Taigawälder sind ebenso auf dem zum fernen Osten gehörenden Kamtschatka anzutreffen. Es liegt inmitten der sogenannten „winterkalten Laub und Mischwaldzone“. Die Halbinsel beheimatet insgesamt über 900 Tierarten, von denen Elche und Kamtschatka-Bären  die wohl beeindrucktesten sind. Bei letzterem handelt es sich um Braunbären und um eine der größten Bärenarten der Welt. Auf Kamtschatka leben etwa 8000 davon in freier Wildbahn. Auch der Kamtschatka-Elch zählt mit bis zu 800 kg und einer Schaufelweite von etwa 1,70 Metern zu den mächtigsten Huftieren Asiens. Beide haben nur wenige Feinde in der weit entwickelten Tier und Pflanzenwelt, denn auch die Flora ist vielerorts auf Kamtschatka vom Menschen unbeeinflusst. Insgesamt gedeihen auf der Halbinsel mit zahlreichen Blumen und Kräutern über 1000 verschiedene Pflanzenarten. Die meisten blühen aufgrund der hohen Temperaturdifferenz zwischen Sommer und Winter allerdings immer nur für kurze Zeit. Der Sommer auf Kamtschatka geht Jahr für Jahr immer wieder schnell vorüber, weshalb viele Pflanzen nicht genügend Zeit haben voll aufzublühen. In den deutlich längeren und intensiveren Wintermonaten sind hingegen Temperaturen von weit unter dem Gefrierpunkt fast an der Tagesordnung. Dies hinterlässt auch Spuren bei der Vegetation, denn sie kann bei solchen Minustemperaturen im Winter nur sehr eingeschränkt vorhanden sein.

 

Am stärksten ist Kamtschatkas Vegetation in der Nähe von Flüssen entwickelt, die sehr fischreich sind. Besonders Lachse und Forellen sind in den Flüssen Kamtschatkas sehr verbreitet. Den längsten Fluss der Halbinsel bildet der 758 Kilometer lange gleichnamige Kamtschatka-Fluss. Nach seinem Entspringen im südlichen Teil des Sredinny-Höhenrückens fließt er größtenteils in nördliche bis östliche Richtung bevor er in den Pazifischen Ozean mündet. Auch er fließt größtenteils durch vom Menschen noch völlig unberührte Naturgebiete. Um die Fauna und Flora Kamtschatkas auch weiterhin aufrecht zu erhalten, wurden manche Teile der Halbinsel zu Naturparks erklärt. Eines der größten Naturreservate, ist mit einer Fläche von mehr als 11.000 km² das Kronozki-Naturreservat. Es bietet verschiedene Landschaftskulissen, von denen die Gebirgstundra am stärksten ausgeprägt ist. Außerdem sind in ihm eine vielseitige Fauna und Flora, sowie beeindruckende Vulkanlandschaften anzutreffen. Eine davon ist die des Vulkans Uzon, dessen Kegel bei einem großen Ausbruch vor etwa 40.000 Jahren komplett einstürzte. Übrig blieb eine weitläufige Caldera, die bis heute vorhanden ist und häufig von Touristen besucht wird. Aufgrund des hohen Interesses der Besucher wurden hölzerne Stege durch die Caldera gebaut, die vorbei an Schlammvulkanen, Mofetten und Fumarolen führen. Das Gebiet um die Uzon-Caldera ist für Besucher jedoch nur mit Helikopter zu erreichen, weil es weit von der Zivilisation abgeschieden liegt.

 

 

Ebenso abgeschieden ist das berühmte Tal der Geysire, das gerade einmal 10 Flugminuten von der Uzon-Caldera entfernt liegt. In diesem Tal befinden sich viele vulkanische Erscheinungen auf vergleichsweise engem Territorium. Das von einer Wissenschaftlerin im Jahre 1941 entdeckte Gebiet hat weltweit die zweitgrößte Dichte von Geysiren. Etwa 90 Geysire befinden sich im Tal, von denen viele auch heute noch aktiv sind. Der Bolshoy Geysir ist davon einer der zuverlässigsten. Er eruptiert regelmäßig einmal pro Stunde und speit sein Wasser in den naheliegenden Geisernaja Fluss, welcher quer durch das Tal fließt. Doch die Natur rund um das Tal ist empfindlich, weshalb das Territorium zusammen mit der Uzon-Caldera zum Schutzgebiet erklärt wurde. Im Juni 2007 kam es bereits zu einem katastrophalen Ereignis, als zwei Drittel des Geysirfeldes durch eine Schlammlawine verschüttet wurden. Dadurch wurden nicht nur zahlreiche heiße Quellen, sondern auch große Flächen der Flora zerstört. Doch die Tragödie hätte auch weitaus schlimmeren Schaden anrichten können, denn wie durch ein Wunder blieb der größte Geysir des Tals unversehrt. 

 Die Fauna und Flora, die eindrucksvollen Vulkankulissen und die Geysire locken jedes Jahr etliche Touristen nach Kamtschatka, wo Erschaffung und Zerstörung dicht bei einander liegen. Die Halbinsel hat eine lange und vor allem vulkanisch aktive Vergangenheit. Doch auch in Zukunft wird sie zahlreiche Besucher in ihren Bann ziehen, Tag für Tag.

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