
Peru
Peru ist eines der Länder im Süden des amerikanischen Kontinentes, durch das sich eine Gebirgskette mit vielen noch aktiven Vulkanen erstreckt. Die davon erwähnenswertesten befinden sich im südlichen Teil des mehr als eine Million km² großen Landes. Der nordöstliche Teil nimmt hingegen ein tropisches Regenwaldgebiet ein, während der Westen mit der Hauptstadt Lima an der Küste des Pazifischen Ozeans liegt. Die Gesamtheit aller Vulkane Perus gehört also zum Pazifischen Feuerring und zu einer Subduktionszone, bei der sich die Nasca-Platte unter die Südamerikanische Platte schiebt. Bei diesem tektonischen Vorgang verschmilzt die ozeanische Kruste der Nasca-Platte aufgrund der hohen Temperaturen im Erdinneren zu flüssigem Gestein. Die so entstandene Gesteinsschmelze ließ beim Eruptieren Perus Vulkane bis über 6000 Meter in die Höhe wachsen.
Der mit Abstand aktivste Vulkanriese Perus ist der Ubinas, der sich mit einer Höhe von 5672 Metern inmitten dem Andenhochland erhebt. Er liegt in der Region Moquegua im westlichen Altiplano und wird wie die meisten Vulkane Perus als Stratovulkan eingestuft. Am Fuße des Ubinas befinden sich bewohnte Siedlungen und Dörfer wie Anascapa, Chojata und dem gleichnamigen Ort Ubinas, welcher dem Stratovulkan am nächsten liegt. Gerade einmal 6 Kilometer Luftlinie trennen den Ort vom Krater mit seinen steilen Hängen, die überwiegend aus andesitischen und teils auch aus rhyolithischen Gesteinen bestehen. Diese Zusammensetzung zeugt von einigen explosiven Eruptionen in der Vergangenheit des Ubinas. Vor etwa 3700 Jahren kollabierte eine Flanke des Vulkans, was einen mehrere Kilometer weit strömenden Hangrutsch zur Folge hatte. Zu einer weiteren Katastrophe zählt ein plinianischer Vulkanausbruch am Ubinas vor ca. 1100 Jahren, der Stärke 5 auf dem VEI erreichte. Meistens kommt es jedoch nur zu kleinen vulcanischen Eruptionen mit einem relativ geringen Ascheausstoß. Es gab jedoch auch Phasen erhöhter Aktivität mit explosiven Ausbrüchen in jüngerer Zeit, wie in den Jahren 2006 und 2014. Am 22. April 2006 erwachte der Ubinas nach einer 50 jährigen Ruhephase und spie Aschewolken und Lavabomben, die in einem mehreren Kilometer breiten Umkreis um den Krater niedergingen. Seitdem ist der Vulkan sehr häufig tätig, wobei es zwischen seinen Eruptionsphasen auch zu unterschiedlich langen Ruhepausen kommen kann. Im September 2013 brach der Vulkan erneut aus und produzierte Aschewolken aus seinem Gipfelkrater. Im Frühjahr 2014 steigerte sich die Aktivität zu explosionsartigen Ausbrüchen, woraufhin Tausende Menschen in der Umgebung des Vulkans evakuiert werden mussten. Die Asche des Ubinas stieg dabei bis in eine Höhe von 4 Kilometern in die Atmosphäre, bevor sie abregnete. Zuletzt wurden auch große Felsen aus Vulkangestein gefördert, die mit einem Durchmesser von einigen Metern durch die Luft katapultiert wurden. Durch die vulkanische Aktivität in der Vergangenheit entstand an seinem Gipfel eine 150 Meter tiefe Caldera, in der sich ein trichterförmiger Schlot befindet. Dieser ist rund 200 Meter tief und besitzt einen Durchmesser von 500 Metern, während die komplette Gipfelcaldera 1,4 Kilometer breit ist.


Nicht weit vom Vulkan Ubinas entfernt befindet sich das Naturreservat Salinas y Aguada Blanca auf etwa 4000 Meter über dem Meeresspiegel. In dieser von weitläufigen Hochebenen geprägten Region im Südosten Perus liegt der große Salzsee Laguna de Salinas. Zudem sind in der meist trockenen Gegend auch verschiedene Tierarten beheimatet, wie z.B. Lamas und Alpakas. Diese zur Familie der Kamele gehörenden Tiere sind in den peruanischen Hochebenen häufig anzutreffen. Sie sorgen für eine beeindruckende Kulisse im Andenhochland mit hohen Vulkanmassiven und trockenen Wüstenlandschaften. Die Region ist so trocken, dass durch den Wind aufgewirbelter Sand häufig zur Entstehung von Staubteufeln führt.
Als zweitaktivster Vulkan Perus gilt der 5976 Meter hohe Sabancaya, dessen Flanken von mehreren Gletschern bedeckt sind. Er befindet sich ebenfalls im Süden Perus und ist teil einer Vulkankette, die aus 3 großen Stratovulkanen besteht.
Neben dem Sabancaya gehören auch die benachbarten Vulkane Ampato und Hualca Hualca zur dieser Kette. Die Vulkanmassive können bei guten Wetterverhältnissen auch vom nahe gelegenen Colca-Tal aus gesehen werden.
Das Colca-Tal im südlichen Peru ist einer der meistbesuchten Canyons des Landes und zugleich auch der tiefste. Mit einer Höhendifferenz von etwa 1200 Metern zwischen dem Rand der Schlucht und dem Grund gilt das Colca-Tal zudem als zweittiefster Canyon der Welt. Während viele Bergwände zerklüftet sind und steil abfallen, sind die oberen Hänge des Tals eher flach und können von den Menschen zur Landbebauung genutzt werden. Der Bau von Höhlen mit Felsmalereien lässt vermuten, dass die ersten Menschen schon vor Jahrhunderten im Colca-Tal siedelten. Zu heutiger Zeit befinden sich im Colca-Tal mehrere Ortschaften mit kleinen Märkten und Plätzen. Chivai ist davon mit etwa 5000 Bewohnern die bevölkerungsreichste Stadt im Colca-Tal. Die zweitgrößte Stadt im Colca-Tal ist die weiter westlich von Chivai gelegene Stadt Cabanaconde. Zwischen den beiden Städten Chivai und Cabanaconde liegt der bei Touristen sehr beliebte Aussichtspunkt "Cruz Del Condor". Er trägt seinen Namen wegen den Kondoren, die in den Morgenstunden häufig am Canyonrand umherkreisen. Vom Canyonrand führen außerdem viele Wanderwege bis zum Grund, wo der knapp 400 Kilometer lange Colca-Fluss durch die engen Bergwände fließt. Zwischen den Bergwänden befinden sich schmale Hängebrücken, auf denen der Fluss überquert werden kann.


Dieser entspringt in der Westkordelliere der Anden und mündet in den Pazifischen Ozean. Obwohl er dabei je nach Flussabschnitt einen anderen Namen trägt, fließt er ausschließlich durch die Region Arequipa.
Die Region Arequipa erstreckt sich von der Pazifikküste bis ins Landesinnere zum Gebirgszug der Anden. Die Hauptstadt der Provinz ist die gleichnamige Großstadt Arequipa auf etwa 2300 Metern über dem Meeresspiegel. Sie besitzt ein Stadtzentrum, das im Jahre 2000 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerben aufgenommen wurde. Mit dem Lauf der Zeit entwickelte sie sich allmählich zum kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Zentrum des südlichen Perus. Nach der Gründung am 15. August 1540 werden auch jährlich zur Feier des Stadtgeburtstags Paraden und Tanzeinlagen aufgeführt.
Unweit der Stadt Arequipa erheben sich die 3 hohen Vulkane El Misti, Chachani und Pichu Pichu, von denen der Chachani der höchste ist. Der Gipfel dieses Stratovulkans liegt auf einer Höhe von 6075 Metern und kann von konditionierten Bergsteigern innerhalb eines Tages erreicht werden. Der etwas niedrigere El Misti ist hingegen schwieriger zu besteigen, weil mehr Höhenmeter überwindet werden müssen, als beim Chachani.
Der Vulkan El Misti überragt mit seinem 5822 Metern Höhe die unmittelbar an seinen Hängen liegende Stadt Arequipa. Durch seinen symmetrisch geformten Kegel gilt er auch als Wahrzeichen der Stadt, weshalb er auch im Stadtwappen von Arequipa abgebildet ist. Die nähe zur Großstadt macht den Vulkan im Falle eines Ausbruchs zu einer ernst zunehmenden Gefahr für die Bevölkerung. Ablagerungen aus vulkanischen Lockerstoffen zeugen von explosiven Eruptionen mit Pyroklastischen Strömen in den vergangenen Jahrtausenden. Der bisher letzte große Ausbruch wurde im Jahre 1784 verzeichnet, wobei es auch im Jahre 1985 zu einer kleineren Eruption kam. Seitdem ruht der El Misti. Lediglich vulkanische Dämpfe steigen auf und können manchmal sogar von Arequipa aus beobachtet werden. Sie stammen aus Fumarolen am Grund des Gipfelkraters. Der El Misti besteht aus insgesamt drei konzentrischen Kratern. Nahe des Hauptkraters haben Archäologen im Jahre 1998 mehrere Mumien und seltene Artefakte aus der Inka-Zeit gefunden und in ein Museum nach Arequipa gebracht. Die ersten Untersuchungen des Vulkans sind auf den deutsch-peruanischen General Clemes von Althaus zurück zu führen. Vermutlich ist er zudem auch der Erstbesteiger des Vulkans. Der El Misti ist die meiste Zeit des Jahres schneefrei, weshalb für die Besteigung auch keine technischen Hilfsmittel nötig sind. Der Aufstiegsweg zum Gipfel verläuft jedoch steil und sollte nur nach ausreichender Akklimatisation gegangen werden. Das Gehen in dieser großen Höhe durch feine Vulkanasche erfordert selbst für geübte Bergsteiger viel Mühe und Kondition. Vom Ausgangspunkt der Besteigung sind es etwa 2400 Höhenmeter zum Gipfel, wofür insgesamt etwa 12 Stunden mit Übernachtung einzuplanen sind. Nach diesem langen Aufstieg steht am Gipfel ein 6 Meter hohes Kreuz aus Eisenschienen, das den höchsten Punkt des Vulkans markiert. Der Abstieg ist um ein vielfaches einfacher, weil aufgrund der feinen Vulkanasche eine gute Trittsicherheit gewährleistet ist.


Die Aussicht vom Gipfel des Vulkans auf Arequipa und weit darüber hinaus ist beeindruckend. Auch der etwas weiter von Arequipa entfernte Vulkan Pichu Pichu ist deutlich zu erkennen.
Der Pichu Pichu ist mit 5664 Metern Höhe der niedrigste der drei Vulkane, welche sich unweit der Stadt Arequipa erheben. Das Vulkanmassiv ist extrem langgestreckt und besteht aus 7 Gipfeln unterschiedlicher Höhe. Seiner langgestreckten Form verdankt er auch seinen Namen, denn Pichu Pichu bedeutet übersetzt "Spitze Spitze". Eine Besteigung ist ebenfalls wie bei den anderen beiden Vulkanen Chachani und El Misti technisch einfach und ganzjährig möglich.
So bietet die Stadt Arequipa einen idealen Ausgangspunkt für Vulkantouren und Abenteurern, die auf der Suche nach ihrem perfekten Erlebnis sind. Durch den Chachani, El Misti und Pichu Pichu liegt die Stadt eingekesselt von Andenvulkanen, die alle teil einer langen Vulkankette sind. Die Bewohner von Arequipa sind es jedoch längst gewohnt zu jeder Tages- und Nachtzeit eingekesselt zu sein, eingekesselt von Andenvulkanen.