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Pico del Teide

 

Der Pico del Teide ist mit 3718 Metern Höhe der höchste Vulkan Europas und gleichzeitig einer der höchsten Inselvulkane weltweit. Der Teide erhebt sich aus der 170 km² großen Caldera Las Cañadas, welche die Überreste eines älteren Vulkans bildet. Sie entstand vermutlich durch einen gewaltigen Hangrutsch der nördlichen Vulkanflanke, die womöglich vor 170.000 Jahren in den Atlantischen Ozean stürzte. Es gab aber auch wissenschaftliche Hypothesen, dass die Caldera durch den Einsturz der Magmakammer nach einem heftigen Vulkanausbruch entstanden sein könnte. Der eigentliche Teide ist lediglich das Resultat aus einer ganzen Kette von Vulkanentstehungen und Eruptionen, welche die Geschichte Teneriffas prägen. Vor etwa 8 Millionen Jahren begann die erste Phase vulkanischer Aktivität mit der Entstehung der Vulkane Teno, Anaga und Adeje. Sie bildeten ein dreieckförmiges Vulkanfeld, was ausschaggebend für die heutige Form Teneriffas war. Die drei Vulkane hielten noch bis vor etwa 5 Millionen Jahren ihre eruptive Aktivität aufrecht, bis sie schließlich erlöschten und teils erodierten. Vor 4 Millionen Jahren begannen weitere Eruptionen durch die Entstehung des Vulkans Cañadas. Dabei bildete sich eine Caldera, die sich jedoch fast vollständig wieder mit vulkanischem Fördermaterial auffüllte. Erst vor etwa 1,6 Millionen Jahren entstand die aktuelle Caldera Las Cañadas, in der in den vergangenen 200.000 Jahren auch der Pico del Teide empor wuchs. Im Jahre 1798 kam es innerhalb der Caldera erneut zu einer Eruption, die einen VEI von 3 erreichte und an der südwestlichen Flanke den Vulkan Pico Viejo bildete. Dieser stieß derart viel Fördermaterial aus, dass er eine Höhe von 3134 Metern erreichte und sich im weiteren eruptiven Verlauf mit dem Teide-Massiv verband. Die bisher letzte Eruption begann am 18. November 1909 an dem etwa 10 Kilometer vom Teide entfernten Schlackenkegel Chinyero und dauerte nur wenige Tage.

 

Für weiteres Aufsehen sorgte der Teide im Mai 2004, als Wissenschaftlicher eine seismische Krise am Vulkan vermerkten. Kleinere Erdstöße wurden selbst von den Bewohnern Teneriffas gespürt, woraufhin sich allmählich Beunruhigung und Panik breit machte. Wissenschaftler bebürchteten aufgrund dieser Krise einen eventuell bevorstehenden Vulkanausbruch und stellten vorsorglich die Alarmstufe des Vulkans auf gelb. Im Oktober 2004 ließen Augenzeugen die telefonischen Leitungen des Vulkanobservatoriums kollabieren, weil sie eine vermeintliche Rauchwolke über dem Gipfel sahen. Etwas später stellte sich die Sichtung jedoch als normale Wetterwolke heraus. Auf die Tourismus-Branche hatten die Ereignisse jedoch trotz der falsch interpretierten Krise für einen gewissen Zeitraum eher negative Auswirkungen. 

 

Der Pico del Teide ist bei Urlaubern und Vulkanfans ein beliebtes Reiseziel und wird daher häufig von Touristen bestiegen. Für die Besteigung ist übrigens eine Genehmigung erforderlich, die sich Touristen in der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife oder im Internet besorgen können. Die Besteigung des Vulkans bietet technisch gesehen keine Schwierigkeiten, allerdings kann der Aufstieg für ungeübte Bergsteiger als anspruchsvoll empfunden werden. Auf dem gipfelbildenden 200 Meter hohen Vulkankegel El Pitón können aufgrund des Passats starke Winde möglich sein. Außerdem bilden sich in den Wintermonaten nahe des Gipfels oft große Schneefelder, über die es sich nur mühsam und langsam wandern lässt. Als Alternative können Touristen auch eine Gondelseilbahn benutzen, die nur 150 Höhenmeter unterhalb des Gipfelplateaus endet. Zum Gipfelplateau darf aufgrund der überraschend kleinen Größe jedoch immer nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern aufsteigen.

 

Durch die hohe Besucheranzahl ist der Name des Vulkans Pico del Teide bei vielen Menschen bekannt und wird daher häufig mit Teneriffa assoziiert. Seinen Kurznamen "El Teide" verdankt er einer Legende, der zufolge ein böser Dämon namens Guayota den Sonnengott Magec in Echeyde gefangen hielt. Echeyde war in der Mythologie der Kanarischen Ureinwohner die hispanisierte Form von "El Teide", in dem der böse Dämon wohnte.

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